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14. März 2012
Am 6.3.2012 fand in Wernau der diesjährige Gas-Wasser-Tag statt. Nachdem die früher gemeinsam mit dem VGW und VKU regelmäßig durchgeführte und in Baden-Württemberg sehr etablierte Werkleitertagung seit 2007 aus verschiedenen Gründen zum Erliegen kam, hat der Vorstand der DVGW-Landesgruppe BW beschlossen, diese gute Tradition wieder aufzugreifen und zukünftig den Gas-Wasser-Tag "in der Nachfolge der ehemaligen Werkleitertagung" mindestens einmal jährlich durchzuführen.
Der DVGW-Landesgruppenvorsitzende und technische Geschäftsführer der Stadtwerke Karlsruhe, Dr. Roth, eröffnete die Veranstaltung. Als erster Redner des Tages berichtete Dr. Graf von der DVGW-Forschungsstelle des Engler-Bunte-Instituts, Karlsruhe über aktuelle Ergebnisse aus der DVGW-Innovationsoffensive und über laufende Forschungsprojekte im Bereich der innovativen Gasverwendung. Beim anstehenden Transfer der Forschungsergebnisse in die Praxis werden bald auch die DVGW-Mitgliedsunternehmen gefordert sein.
Sehr überzeugende „Werbung" für das Technische Sicherheitsmanagement (TSM) des DVGW machte anschließend Herr Rapp aus der Sicht der technischen Energieaufsicht im Regierungspräsidium Freiburg. Bei seinem Vortrag wurde deutlich, wie wichtig dieses "Instrument" für eine sichere Organisation ist und welche Anerkennung dieses mittlerweile auch auf Behördenseite genießt. Die behördlichen Betriebsprüfungen zeigen, dass TSM erfreulich zur Verringerung der Beanstandungsquoten beiträgt. DVGW und Energieaufsichtsbehörde könnten sich bei ihren Prüfungen sogar sinnvoll ergänzen.
Nach einem sehr guten Mittagessen in der angenehmen Atmosphäre des oberen Foyers im Wernauer Quadrium wurde etwas Neues gewagt. Um von der traditionellen Form der klassischen Frontal-Vortrags-Veranstaltung etwas weg zu kommen, startete der Nachmittag mit 5 je 10-minütigen Impulsvorträgen. Zunächst referierte Dr. Klinger vom Technologiezentrum Wasser (TZW) in Karlsruhe kurz über die Risiken neuer Technologien - wie z.B. Biogas- oder Windkraft-Anlagen - hinsichtlich des Gewässerschutzes. Prof. Dr. Frimmel vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) stellte kurz die Methode des "Frackings" zur Erschließung von "Shale-Gas" dar. Dieser Vortrag wurde ergänzt durch Prof. Dr. Mehlhorn, ZV Bodenseewasserversorgung, der dazu seine aktuellen Erfahrungen mit kürzlichen Erschließungsaktivitäten im Bodenseegebiet beitragen konnte. Von Behördenseite berichtete Herr Brasse von der Landesbergdirektion im RP Freiburg sowie Herr Fleck vom Umweltministerium BW, der ebenfalls aus Behördensicht ein kurzes Statement abgab.
Anschließend wurde es dann spannend: Zum ersten Mal hat man nun auch auf Landesebene eine Podiumsdiskussion organisiert - so wie man das auf Bundesebene mittlerweile von den GAT- oder WAT-Tagungen kennt. Anstatt Ulrich Wickert moderierte in Wernau allerdings Herr Anders, Geschäftsführer der DVGW-Landesgruppe, den Gesprächskreis mit den Referenten der Impulsvorträge. Auch wenn bemerkbar war, dass kein wirklich überzeugter "Pro-Fracking-Vertreter" im Saal anwesend war, ergaben sich doch interessante Diskussionen rund um das Thema "Erschließung von erneuerbaren Energien unter ausreichender Berücksichtigung des Gewässer- und Umweltschutzes". Die Teilnehmerrückmeldungen ergaben, dass das Experiment Podiumsdiskussion sehr bereichernd empfunden und von fast allen Teilnehmern positiv bewertet wurde. Zumal den Teilnehmern demnach sehr gut gefallen hat, dass sie in die Diskussion teilweise sehr direkt und intensiv eingebunden wurden.
Nach einer kurzen Kaffeepause am Nachmittag berichtete Dr. Bringmann, Geschäftsführer der VKU - Landesgruppe Baden-Württemberg zu den Neuerungen im EnWG und deren Bedeutung für Stadtwerke. Danach referierte Herr Wambach, Geschäftsführer des VfEW Baden-Württemberg zur Bedeutung von Erdgas in den aktuellen Energiekonzepten der Länder und des Bundes.
Die Mitwirkung der Vertreter des VKU und des VfEW (als VGW-Nachfolgeverband) im Programm des 2. Gas-Wasser-Tages hat gezeigt, dass auch unter „neuer Flagge" die Tradition der ehemaligen Werkleitertagung weiterleben kann. Nachdem auf allen zurück gemeldeten Feedback-Formularen „ich komme wieder" angekreuzt wurde und dieses Mal bereits rund 70 Teilnehmer registriert wurden, erscheint dieses Ziel gut erreichbar.
Die Vorträge der Veranstaltung stehen im Download-Bereich zur Verfügung. Link
ACHTUNG - Pilot-Unternehmen gesucht:
Haben Sie Interesse, Ihre anstehende TSM-Prüfung bei Anwesenheit eines Vertreters der Energieaufsicht durchzuführen? Der Vorteil: Ihre gute Organisation besteht vor den Fragen der TSM-Experten und zeitgleich vor der Betriebsprüfung durch die Aufsichtsbehörde. Besser geht es kaum. Wenn Sie dieses Angebot nutzen möchten, wenden Sie sich bitte an Herrn Anders in der DVGW-Geschäftsstelle in Stuttgart: Tel. 0711 / 262 29 80 bzw. Mail anders@dvgw-bw.de.